Arbeit & Soziales
„Kapital vor Personal“ in der Praxis
Zwei Zitate, eine Nachricht: Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank, will seinen Shareholdern dieses Jahr 25 Prozent Rendite verschaffen. Rendite rauf, Personal raus? Ja. Kaum verkündet, geht es los mit „Kapital vor Personal“: Vier- bis sechstausend Leuten soll gekündigt werden, die ersten zweitausend haben es schon schriftlich. Zum Schluss heißt es: „Die Deutsche Bank wollte den Zeitungsbericht auf Anfrage zunächst nicht kommentieren.“ Wie auch. (ho)
Kommentar von Hans Olbrich
Zitat 1: Manager-Magazin im Dezember 2004
„Vorstandssprecher Josef Ackermann muss die dem Kapitalmarkt versprochene Eigenkapitalrendite liefern, sonst droht ihm und der Bank ein Vertrauensverlust. Zwar halten Analysten das Renditeziel von 25 Prozent vor Steuern für ambitioniert. Ackermann hat zuletzt aber keinen Zweifel daran gelassen, dass er alles tun wird, um dieses Ziel zu erreichen.“
Und er tut. Zitat 2: SPIEGEL ONLINE im Januar 2005
„Die Deutsche Bank will offenbar massiv Stellen streichen. Im globalen Investmentbanking seien zwischen 4000 und 6000 Jobs in Gefahr, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ unter Berufung auf Finanzkreise. Hunderte Mitarbeiter haben demnach allein in London in diesen Tagen ihre Kündigung bekommen. (…) Dort und in New York gehe es zunächst um die Streichung von etwa 2000 Stellen. Diese entfielen, weil die Deutsche Bank Abteilungen vom Anleihe- und Aktiengeschäft zusammenlege und daher rationalisieren könne. Zudem gebe es umfangreiche Stellenstreichungen in den Abwicklungsabteilungen, dem so genannten Backoffice. Auch im Londoner Corporate Finance würden Arbeitsplätze abgebaut, weil ein größerer Teil der deutschen Kunden von Deutschland aus betreut werden soll. Die Deutsche Bank wollte den Zeitungsbericht auf Anfrage zunächst nicht kommentieren.“
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